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Wie wirkt Qigong?

Wir werden die Wirkungen von Qigong aus der traditionell-chinesischer und aus der modernen wissenschaftlicher Sicht beschreiben.

Wirkungen des Qigong aus traditionell-chinesischer Sicht

Liebe Leserin, lieber Leser, bitte machen Sie ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie wären ein chinesischer Arzt vor 3000 Jahren. Natürlich fehlten Ihnen die Errungenschaften und die naturwissenschaftlichen Grundlagen der modernen Medizin. Sie wären also „nur“ mit Ihrem Gehirn, Ihren Muskeln und Ihren fünf Sinnen „bewaffnet“ – kein Röntgengerät, kein Ultraschall, kein Blutlabor, keine Biochemie, keine Physiologie. Anatomische Kenntnisse hätten Sie nur „von außen“. Noch nie hätten Sie einen toten Menschen aufgeschnitten und seine innere Anatomie studiert.

Aber Sie kennten die mythisch-naturphilosophischen Vorstellungen Ihrer Kultur, weil Ihre Lehrer Ihnen das so beigebracht hätten: Die Welt bestünde für Sie aus dem „großen Einen“, dem schöpferischen Urprinzip, das in Ihrer Kultur Tao genannt wird. In Ihrer Vorstellung brächte dieses Tao die zwei gegensätzlichen Prinzipien des Yin und Yang hervor, aus deren balancierten Zusammenspiel alle realen Phänomene entstünden.

Eine einzige universelle Energie durchzöge den ganzen Kosmos, das Qi. Mit dieser Energie erklärten Sie sich die Dynamik, die Sie in der Natur beobachten – den Lauf der Gestirne, den Wind, den Regen, die Flüsse und auch das Wachsen, Gedeihen und Vergehen in der Natur, von Lebewesen und eben auch von Menschen. Sie würden glauben, dass Menschen bei Ihrer Geburt ihr Qi als Lebensenergie von den Eltern erhielten. Und dass sie Zeit ihres Lebens zusätzliche Lebensenergie Qi aus der Nahrung, dem Wasser und aus der Luft aufnähmen. Sie würden beobachten, wie Menschen krank und wieder gesund würden. Das würden Sie sich damit erklären, dass bei Gesunden genügend Lebensenergie Qi vorhanden sei, die frei und ungezwungen durch den Körper fließen und alle Körperteile mit Lebenskraft versorgen könne.

Bei Krankheit dagegen würden Sie meinen, dass nicht genügend Qi vorhanden sei und dass es nicht frei fließen könne. Sie würden auch beobachten, dass Menschen mit der Zeit Ihre Lebenskraft verlieren und schließlich sterben. Sie würden sich dies damit erklären, dass sich im Laufe der Zeit die Lebensenergie Qi erschöpfte und sie schließlich ganz versiegte.

Natürlich wüssten Sie aus eigener praktischer Erfahrung und aus den Überlieferungen Ihrer Kultur, dass bestimmte Heilverfahren und Übungen bei kranken Menschen positive Wirkungen zeigen und sie gesund machen. Und ebenso, dass diese Methoden gesunde Menschen stärken und gesund erhalten. Und Sie würden sagen, dass diese Heilverfahren und Übungen das Yin und das Yang in den Menschen ausgleichen, die Lebensenergie Qi stärken und erhalten sowie den freien Fluss des Qi gewährleisten.

Aus unserer modernen naturwissenschaftlichen Sicht wissen wir natürlich, dass es tatsächlich kein Tao, kein Yin und Yang und auch kein Qi gibt, sondern dass dies erste, noch stark mythologisch geprägte wissenschaftliche Erklärungsweisen und Vorstellungen von der Realität waren – durchaus vergleichbar mit dem Naturverständnis der alten Griechen bei uns in Europa.

Aber: Wir dürfen das Naturverständnis der alten Chinesen nicht wegen ihrer Einfachheit unterschätzen und als reine Spekulation abtun. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich nämlich in der chinesischen Medizin eine diagnostische Vorgehensweise entwickelt, die auf Mustererkennung basiert: Die alten chinesischen Ärzte haben erkannt, dass Symptome und Befunde bei kranken Menschen nicht in zufälliger Kombination auftreten, sondern immer in bestimmten Kombinationsmustern. Diese Muster erlauben eine sehr differenzierte Anwendung der chinesischen Heilverfahren und auch der Qigong-Übungen.

Mustererkennung

Diese Mustererkennung ist in unserer heutigen Zeit der zunehmenden Dominanz chronischer Erkrankungen hochaktuell: Chronische Erkrankungen zeigen nämlich immer vielfältigste Symptome und Befunde in unterschiedlichen Organen und Funktionssystemen, die auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, sich aber durch Mustererkennung leicht ordnen lassen. Die chinesische Mustererkennung erlaubt uns eine verfeinerte Diagnostik dieser chronischen Erkrankungen und damit eine gezieltere Anwendung unserer Heilverfahren. In diesem Sinne sind die unwissenschaftlich und antiquiert anmutenden Sichtweisen und Vorstellungen des alten chinesischen Naturverständnisses auch heute noch sehr praktikabel und nützlich.

Wenden wir uns nun modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erklärungsweisen der Wirkungen des Qigong zu.

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Die Chinesische Medizin und Lebenskunst  ist Teil einer Lebenskultur, die auch westliche Menschen verstehen und zur Verbesserung ihrer Lebensqualität umsetzen können.

„Kann ich Qigong online lernen?“

Eindeutig ja, und das ist nicht schwierig …

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"Qigong für Anfänger"

Es ist überhaupt nicht schwierig oder langwierig zu lernen und anzuwenden. Entscheidend für die positiven Wirkungen des Qigong ist unser diszipliniertes und konsequentes Üben – jeden Tag, ein Leben lang. Mit dieser Form finden Sie einen schnellen und sicheren Einstieg ins Qigong. 

 Wirkungen des Qigong aus moderner, wissenschaftlicher Sicht

Moderne Forschungen innerhalb und außerhalb Chinas haben unter anderem folgende physiologische Beobachtungen bei Menschen gemacht, die regelmäßig Qigong praktizieren:

  • Die Frequenzen der Gehirnwellen werden in Richtung Alpha- und Teta-Wellen gesenkt, was innere Ruhe und Entspannung anzeigt. Achtsamkeit, Konzentration und Gedächtnis sind gesteigert.
  • Das vegetative Nervensystem wird ausgeglichen und balanciert: Bei entspannter Reaktionslage wirken die Übungen aktivierend, bei erregter Reaktionslage beruhigend. Die Aktivitäten von Dopamin und anderen Botenstoffen, die Atem- und Herzfrequenz sowie die Durchblutung werden reguliert.
  • Die Sauerstoffsättigung des Blutes wird durch eine Steigerung des Atemzugvolumens und des Austauschs von Sauerstoff und Kohlendoxid in der Lunge verbessert.
  • Die Magen-Darm-Bewegungen (Peristaltik) und die Sekretion von Verdauungssäften (zum Beispiel Speichel) werden angeregt.
  • Die Immunfunktion (Abwehrkraft des Köpers) wird gesteigert.
  • Muskeln werden entspannt und gestärkt, Bänder und Gelenke werden elastischer und widerstandsfähiger. Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Übenden nehmen zu.
  • Die Blutgefäßversorgung der Gewebe wird verbessert, und die Durchlässigkeit von Blutgefäßen erhöht.

Diese Wirkungen können wir den drei Teilaspekten von Qigong-Übungen zuschreiben:

  • Eigenmassage: Dies fördert die Durchblutung der betreffenden Körperregionen und damit die Versorgung und Entsorgung der Gewebe mit Energie- und Botenstoffen bzw. die Entsorgung von Abfallstoffen. Ebenso stärkt die verbesserte Durchblutung die Abwehrlage der betreffenden Gewebe. Gleichzeitig wird durch die Massage das vegetative Nervensystem aktiviert: Je nach Ausgangslage ist die Wirkung anregend oder entspannend für die Körperfunktionen – auch für die Funktionen innerer Organe.
  • Meditation („stilles“ Qigong): Dies beruhigt die Psyche, stärkt die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung und bringt uns in eine heitere und gelassene Stimmung.
  • Heilgymnastische Bewegungsformen („bewegtes“ Qigong): Dies fördert die Beweglichkeit und Elastizität unserer Bindegewebe, stärkt die Muskulatur und die koordinative Steuerung unserer Bewegungen durch das sensomotorische Nervensystem. Darüber hinaus haben die heilgymnastischen Übungen wie die meditativen Übungen positive Wirkungen auf Konzentration und Gedächtnis. Hierbei ist entscheidend, dass sich die Übenden auf die möglichst genaue und elegante Ausführung der Bewegungen konzentrieren. Damit wir uns richtig verstehen: Es ist für die positive Wirkung auf Konzentration und Gedächtnis nicht wichtig, dass die Übungen tatsächlich genau und elegant ausgeführt werden. Die positive mentale Wirkung entsteht allein dadurch, dass die Übenden ihre Aufmerksamkeit auf die Übungen fokussieren und während der Übung ablenkende Gedanken ausblenden.

Mit diesen Qigong-Übungen können Sie das „Qigong für Einsteiger“ vertiefen.

Qigong-Übung "Stehen wie ein Pfahl" Ausgangsstellung 2

"Stehen wie ein Pfahl"

Wenn sie regelmäßig üben, werden Sie bald einen positiven Effekt spüren. Ihre Beschwerden bessern sich oder verschwinden ganz, Ihre Leistungsfähigkeit steigert sich, Sie werden zufriedener und selbstbewusster.

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"Das Spiel der Fünf Tiere - Grundform"

„Das Spiel der Fünf Tiere“ isteine hervorragende „Rückenschule“: Sie stärkt die Beinmuskulatur, stabilisiert den unteren Rücken und entspannt und lockert den oberen Rücken und die Hals-Nackenmuskulatur. Die Wirbelsäule insgesamt wird beweglicher. 

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"Die 18 Formen der Harmonie mit Meister Kung"

Qigong-Meister Kung ist in der 88. Generation Nachkomme von Konfuzius. Er war zwei Jahre an der TCM-Klinik Bad Kötzting als Qigong-Instruktor und -Therapeut tätig. In diesen Video zeigt er die 18 Formen des Taiji-Qigong.

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Qigong entfaltet seine gesundheitsförderlichen und krankheitsvermeidenden Wirkungen am besten, wenn Sie täglich üben: Jeweils 5 bis 10 Minuten morgens nach dem Aufwachen, unmittelbar nach der Arbeit zu Beginn Ihres Feierabends und …

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