Stress ade – Entspannungsrituale für Herbst & Winter
Kürzere Tage, mehr Termine vor dem Jahresende, sinkende Temperaturen: Die kalte Jahreszeit fordert Körper und Geist auf ganz eigene Weise heraus. Viele von uns neigen jetzt zu Verspannungen, Müdigkeit und einer inneren Unruhe, die sich schwer greifen lässt. Der hektische Alltag, die kürzeren Tageslichtphasen und der Übergang in eine neue Jahreszeit können unsere Psyche spürbar belasten.
Die Traditionelle Chinesische Medizin blickt auf diese Zeit mit einem ganz eigenen Verständnis – und hält dafür einfache, alltagstaugliche Rituale bereit, die Ihnen helfen, tief durchzuatmen und innerlich zur Ruhe zu kommen.
Warum Herbst und Winter uns besonders fordern
In der TCM ist der Spätherbst und Winter die Zeit des Yin – des Rückzugs, der Ruhe und des Aufladens innerer Reserven. Die Natur zieht sich zurück, Pflanzen sammeln ihre Kraft in den Wurzeln. Genau das lädt auch uns Menschen ein: langsamer zu werden, mehr Schlaf zuzulassen und bewusster mit unserer Energie umzugehen.
Wer gegen diesen natürlichen Rhythmus ankämpft – etwa mit vollen Terminkalendern und wenig Erholung – merkt das oft zuerst im Körper: Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, ein unruhiger Schlaf, Erschöpfung trotz ausreichend Stunden im Bett. Yang Sheng versteht solche Signale nicht als etwas, das es zu ignorieren gilt, sondern als Einladung, dem eigenen Rhythmus mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Vier einfache Rituale für mehr Ruhe
1. Die bewusste Abendroutine
Schon 10–15 Minuten vor dem Schlafengehen ohne Bildschirm, mit gedämpftem Licht und einer Tasse warmem Tee, signalisieren dem Nervensystem: Jetzt darf ich loslassen. Besonders wohltuend in der kalten Jahreszeit: ein Fußbad mit warmem Wasser, das aus TCM-Sicht die Yin-Energie stärkt und den Schlaf fördert.
2. Die verlängerte Ausatmung
Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Übungen überhaupt: Länger aus- als einatmen. Das aktiviert den Parasympathikus – unseren „Ruhe-Nerv” – und lässt sich überall einbauen, ob im Büro, in der Bahn oder direkt vor dem Einschlafen.
3. Die Selbstmassage der Ohren
In der TCM gelten die Ohren als Spiegel des gesamten Körpers. Eine sanfte, kreisende Massage der Ohrmuscheln für ein bis zwei Minuten kann Anspannung lösen und wird von vielen als überraschend entspannend empfunden – ideal für eine kurze Pause zwischendurch.
4. Der bewusste Spaziergang im Tageslicht
Gerade wenn die Tage kürzer werden, tut ein kurzer Spaziergang am Vormittag oder in der Mittagspause doppelt gut: Tageslicht unterstützt unseren natürlichen Rhythmus, und die Bewegung an frischer Luft hilft, aufgestaute Anspannung abzubauen – ganz im Sinne des harmonischen Flusses von Qi und Blut, den auch Qigong-Praktiken wie Shibashi fördern.
Ruhe als Übung, nicht als Zufall
Keines dieser Rituale erfordert viel Zeit oder Vorwissen – und genau das macht sie so alltagstauglich. Der entscheidende Punkt aus Sicht des Yang Sheng: Ruhe entsteht selten von selbst, sie will bewusst eingeladen werden. Ein kleines, wiederkehrendes Ritual kann dabei oft mehr bewirken als der eine große Wellness-Tag zwischendurch.
Wenn Sie tiefer in die Praxis einsteigen möchten, begleiten Sie unsere Qigong-Angebote und die ICM–Yang Sheng Coach-Ausbildung gerne ein Stück auf diesem Weg – ganz ohne Druck, einfach als Einladung, die Sie annehmen können, wann immer sie zu Ihnen passt.
Wir wünschen Ihnen eine ruhige, kraftschöpfende Zeit durch Herbst und Winter.


